Aotearoa - Moa
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Aotearoa: Moa

No Moa in Aotearoa

Dass das derzeitige globale Artensterben inzwischen die Ausmaße eines genuinen Massensterbens angenommen und der Mensch dabei die Verantwortung zu tragen hat  - Stichwort Anthropogenität - ist eine kaum noch angezweifelte Theorie. In Neuseeland wurde das Verschwinden des Moas, eines flugunfähigen Laufvogels mit mindestens zehn verschiedenen Spezies, immer wieder vor dem
Hintergrund der menschlichen Schuld untersucht: Das Ergebnis bleibt offen.

Obwohl bis in die Gegenwart Augenzeugenberichte angeblicher Moa-Sichtungen in Neuseeland vorliegen und Kryptozoologen unbeirrt im Fjordland nach diesem Tier suchen, war der Moa wohl schon bei der Ankunft James Cooks und seiner Mannschaft 1769 ausgestorben. Über mehrere Millionen Jahre hinweg besetzte der Vogel, dessen Größe von der eines Truthahns (Kleiner Moa, Emeus crassus)
bis zu über drei Metern reichte (Riesenmoa, Dinornis giganteus) auf den Inseln die ökologische Nische des großes Pflanzenfressers. Bis auf den Haast-Adler, der von oben attackierte, kannte der Moa keine natürlichen Feinde. Als die ersten Maori um das Jahr 1000 aus Polynesien einwanderten, hatten sie bei der Jagd ein leichtes Spiel; Moa-Fleisch wurde zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Speiseplans.

Aus der Analyse mitochondrialer DNA der Knochen von Riesenmoa schlossen Neill Gemmell und seine Kollegen von der Universität Canterbury in einem neuen Verfahren auf eine Größe der Moa-Population bei Ankunft der Kolonisten, die mit drei bis zwölf Millionen Tieren viel höher lag als ursprünglich angenommen. Gemmell zufolge war der Moabestand bereits stark am Schrumpfen, bevor Vogel und Mensch aufeinandertrafen - möglicherweise aufgrund einer Krankheit oder des Verlusts von Lebensraum nach Vulkanausbrüchen.

Für Samuel Turvey und seine Mitarbeiter wurde dem Moa vor allem seine späte Fortpflanzungsfähigkeit zum Verhängnis. Im Gegensatz zu heute lebenden Vogelarten erreichten die Tiere das Erwachsenenalter erst nach mehreren Jahren. Viele wurden gejagt und getötet, bevor sie Nachkommen in die Welt
setzen konnten - und das beschleunigte den Untergang dieses imposanten Geschöpfes.

Der Volksglaube bleibt einfacher, wie diese Zeile aus einem populären neuseeländischen Lied beweist:

No moa, no moa,

In old Aotearoa.

Can´t get ´em.

They´ve et ´em.

They´ve gone and there ain´t no moa !

Dem Moa dürfte das genaue Zusammenspiel der Gründe, die zu seiner Ausrottung führten, im Nachhinein egal sein.

Autor: Brandy Branham